Chaosradio Express [de] zum Thema Interface Design

Malte wrote on 8. August 2009 – 09:02

Hier ist die Podcast Page verlinkt mit weiteren vielen Verweisen. Wer gerade zu Hause sketched, am Code rumhackt oder auf der Arbeit lange Weile hat, das ist der Talk zum reinhören. Tim Pritlove ist im Gespräch mit Peter Purgathofer (auch auf Twitter) von der TU Wien.

Neues von anderen aktiven aus der ganzen Welt kommt so auch in diesen Blog, meine Empfehlungen nach dem hören des Podcasts sind vor allem folgende Seiten:

  • Hoch interessant erscheint mir auch für den einen oder anderen noch das Buch “Sketching the user experience” von Bill Buxton der aktuell bei Microsoft ein Research Boss ist, platt gesagt.

Interessant fand ich auch die Einschätzung von Peter auf die Frage von Tim zum Verhältniss von Open Source und Interface Design Projekten. Ersteres dreht sich nunmal primär um Code und darin liegt auch der Fokus, das Design so meint er, wird eher verwurschtelt oder liegt nicht oder nur selten im Zentrum einer Community. Es ist also schön zu hören dass auch ein angesehener Forscher dem Interface Design im Bereich der offenen Softwareentwicklung für die Zukunt bessere Chancen einräumt als bisher. Die Technologien entwickeln sich so rasant, da kann man ja nur noch sketchen und Use Cases stricken. Ich würde mich jetzt sehr freuen wenn wir hier (auch im Blog oder anderswo) weitere Brücken geschlagen werden können zwischen dem anscheinend doch etwas marginalisiertem (Insulaner) Interface “Fußvolk” fernab vom WIMP-Paradgima. Die Sendung gerade hat mich auch motiviert mal meine Desktop Interviews fortzuführen, offene Empirie unter den Desktop Benutzern dieser Welt wären ja für so eine nächste “Post-Desktop Metapher”-Sendung bestimmt schmückendes Material. Meine einzige Kritik an dieser Sendung ist auch das dass Thema einfach noch zu theoretisch und nicht greifbar für den normalen Office-User abgehandelt wurde. Das Kommentar zu OpenOffice als Paradebeispiel im Bereich Usability finde ich auch etwas schwach, es ist zwar ein durchweg professionelles Tool aber es wurde in diesem Tool einfach alles übernommen und nichts am UI wirklich neu gestaltet. Das ist also meilenweit von Innovation entfernt und liegt damit total im Verständniss von “Intuivität” (=Gewohnheit) welches viele UI-Designer als oberste Messlate für Ihre Arbeit heranziehen.

Meine kleine Analogie zu “Big Playern” und “Ameisen”:
In den letzten Monaten kam auch mal der eine oder andere Bekannte auf mich zu und fragte: “Glaubst du wirklich das Ihr noch ein X-tes “killer” Interface vorbei an all den Research Labs der Welt mit ein paar Mann draufsetzen könnt ? Da könnt Ihr doch gar nicht mithalten, oder ?! Tja, meine Antwort war meist, klar ist das etwas utopisch und dass kann gar nicht unser Ziel sein.

Momentan müssen wir uns erstmals ein offenes und gemeinsames etwas aufbauen und gerade da sind Visionen gefragt. Wenn ich mich daran entsinne wie ich vor einem Jahr eine Diplom-Arbeit bei der Vodafone R&D GmbH ausgeschlagen habe bin ich echt froh das es hier bei uns seit einiger Zeit wieder voran geht. Das DeepaMehta Projekt zieht seit Jahren spannende und auch professionelle Menschen in seinen Bann und darin fühle ich mich einfach zum Arbeiten am wohlsten. Solche Podcasts motivieren uns natürlich enorm. Aktuell ist es so um uns gestellt das wir nun einen eingetragenen Verein zur Förderung von offener Infrastruktur für einen (dann hoffentlich auch in Zukunft plattformunabhängigen) Interface Experimentierkasten für Gestalter haben. Als Gestalter für Benutzer machen wir damit Benutzer zu Gestaltern.

An dieser Stelle nochmalsl vielen herzlichen Dank an Tim Pritlove für seinen netten Talk mit Peter.

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